Archiv der Kategorie: Artenschutz und Haltung

Ökologischer Abbau von Edelmetallen

Edelmetalle abzubauen ist nicht nur ein Knochenjob. Auch die Umwelt wird belastet, denn Wald- oder Freiflächen müssen weichen und durch chemische Zusatzstoffe lässt sich der Gewinn von Gold, Silber und Co. immens steigern. Ökologische Initiativen zeigen, dass die Metalle aber auch umweltverträglich abgebaut werden können. Auch die Steinlaus gibt Anlass zum Umdenken. Nachdem sie bereits bei der Diamantgewinnung erfolgreich eingesetzt werden konnte, beginnen erste Minen in Südafrika, den kleinen Nager untertage anzusiedeln. Allerdings ist das Vorgehen viel einfacher.

Jede gemeine Steinlaupopulation kann quasi verwendet werden. Der Grund: Da Petrophaga lorioti keine Edelmetalle verdauen kann, frisst sie ausschliesslich das Gestein. Das Metall bleibt automatisch übrig und muss von den Arbeitern nur noch in die Loren gefüllt werden. Schwachpunkt ist aber immer noch die Einsturzgefahr der Stollen. Hintergrund ist, dass sich die einzelnen Steinläuse beim Verzehr in den Minen ausschließlich von ihrem Appetit leiten lassen und kaum in geordnete Bahnen gelenkt werden können. „Wir müssen eigentlich immer ein Team im Schacht haben, das den Fraß der Steinläuse stetig beobachtet und sehr spontan dort abstützt, wo es notwendig ist“, sagt John Goldenberg, Experimentleiter einer Mine nahe Johannesburg. Zur Sicherheit der Kumpels folgt ein zweites Team, das die Grube nachhaltig stabilisiert.

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Invasiver Schmetterling bedroht Steinlaus

Der globale Verkehr vereinfacht die Ausbreitung – invasive Arten nisten sich andernorts ein und bedrohen Flora oder Fauna, sofern sie der einheimischen Art überlegen sind. Einer dieser Fälle muss auch uns Steinlausforscher wachrütteln: die Marmormotte (Lepidoptera marmora). Wie ihr Name bereits erahnen lässt, ernährt sich die zu den Nachtfaltern gehörende Motte von Marmor. Seit 2008 sind mehrere Exemplare in Deutschland gesichtet worden. Offiziell zählt sie zu den gebietsfremden Arten in Deutschland.

Besonders auffällig durch seine Färbung ist die Marmormotte während ihres Fressstadiums als Raupe.

Besonders auffällig durch seine Färbung ist die Marmormotte während ihres Fressstadiums als Raupe.

Gegen den starken und um ein Vielfaches größeren Konkurrenten kann sich die Steinlaus nicht durchsetzen. Marmor ist aber lebensnotwendige Gourmetkost für Steinläuse. Beleuchtet man die Zusammensetzung von Marmor näher, erschließt sich die immense Bedrohung für die heimische Steinlaus sofort. Marmor ist ein Karbonatgestein, das im Erdinneren durch die Umwandlung von Kalk- und Karbonatgestein unter Druck und Hitze entsteht. Kalk- und karbonathaltiges Gestein widerum ist existenziell notwendige, da leichtverdauliche Kost für die Steinlaus (wir berichteten). Demzufolge ist auch Marmor im Futter von größter Wichtigkeit gerade bei der Aufzucht junger Steinläuse, beim Erhalt kleiner oder erkrankter Populationen sowie bei der allgemeinen täglichen Ernährung, um die Lebensspanne des bedrohten Nagers zu verlängern.
Wie dem Konkurrenten, der Marmormotte, zu begegnen sei, spaltet die Wissenschaftler – gehen doch einige Verterter davon aus, dass die heutige Arterhaltung und Konservierung des Status Quo von wenig Erfolg gekrönt sei. Die Veränderung und das Aussterben von Arten gehöre zur Evolution.
Eingewandert scheint die Marmormotte aus marmorhaltigen Gebieten Südeuropas. Man kennt sie in Griechenland genauso wie in Frankreich oder Portugal, wo sie für zahlreiche Zerstörungen größeren Ausmaßes an antiken Statuen, Säulen sowie Tempelanlagen und weiteren Gebäuden verantwortlich gemacht wird. Aber auch in den USA findet sie seit 1966 ihre schriftliche Erwähnung. Offensichtlich wurde diese Art ursprünglich aus Mosambik eingeführt. Demzufolge erfolgt die Einwanderung des Nachtfalters in Deutschland von Süden – hauptsächlich von Bayern – her und von den großen Flug- und Marinehäfen wie Frankfurt, Berlin und Hamburg. Wissenschaftler machen die Klimaerwärmung dafür verantwortlich, dass sich die Mamormotte auch im kühleren deutschen Klima ansiedeln kann.

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Petrophaga amphibica wichtig für Ökosystem Wattenmeer

Petrophaga amphibica ist noch zu wenig erforscht. Daher ist unklar, wie groß das Revier dieser Steinläuse in Watt und Meer ist.

Petrophaga amphibica ist noch zu wenig erforscht. Daher ist unklar, wie groß das Revier dieser Steinläuse in Watt und Meer ist.

Die so genannte Petrophaga amphibica ist bereits seit 1998 bekannt. Ebenfalls Stand der Wissenschaft war, dass diese Form der Steinlaus meist im Wasser zu Hause ist und nur zum Schlafen und zur Paarung an Land geht. Im Vergleich zur gemeinen Steinlaus (Petrophaga lorioti) weisen sie größere Augen auf, um unter Wasser scharf sehen zu können. Den Robben ähnlich können sie Nase und Ohren unter Wasser schließen. Ein verlangsamter Stoffwechsel ermöglicht den Tieren, rund fünf bis sechs Stunden unter Wasser zu bleiben.
Über ihre Ernährung hauptsächlich von Kieselsteinen trägt die Spezies zur allgemeinen Errosion und Versandung nachhaltig bei: Einerseits treibt die Petrophaga amphibica dadurch die Umwandlung von Stein- in Sandstrände in unseren Gefilden maßgeblich voran. Andererseits begünstigt dieses Verhalten die Versandung des Meeres im allgemeinen und damit auch die von Häfen und Flussbetten.
Seit neuestem gehen Meteorologen, Geologen und Meeresbiologen davon aus, dass die Petrophaga amphibica eine wichtige Rolle im niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Wattenmeer spielt. Sie soll bisherige Landverluste insbesondere der friesischen Inseln – etwa durch Sturmfluten – langfristig im Gleichgewicht gehalten haben. Darüber hat sie vielen heimischen Tieren den Lebensraum gesichert. Durch die globale Erwärmung und die dadurch bedingte Zunahme an Stürmen und den erhöhten Meerespiegel nehmen die Experten aber an, dass sich der Einfluss der Steinlaus auf die friesischen Inseln stark mindern wird.

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Schock im Kinderzimmer

Dippoldiswalde, 23. Oktober 2008. Eine Steinlaus-Kolonie von rund 1.000 Lebewesen hat sich über eine Kiste mit Legosteinen hergemacht und in nur einer Nacht das gesamte Spielzeug verputzt. Die Nager waren tagelang nicht gefüttert worden – anscheinend hatte das argentinische Au Pair-Mädchen dies vergessen, während die Tierhalter verreist waren. Völlig ausgehungert stürzten sich die verwirrten Steinläuse auf die bunten Plastikklötze.

Als die 5-jährige Tochter, die der Obhut des Au Pairs überlassen worden war, am nächsten Morgen erwachte, war ihr gesamtes Lieblingsspielzeug verschwunden. Stattdessen lagen lauter dickbäuchige, in unterschiedlichen Farben schillernde Steinläuse in der Spielzeugkiste – sie hatten es nicht mehr heraus geschafft. Trotz sofortiger Verabreichung des luftigen Gegenmittels aus dem Elbsandsteingebirge verstarben alle Tiere. Den nachässigen Haltern droht nun eine saftige Geldstrafe.

Eine Vergiftung hat die Steinläuse dahingerafft. Eine Vergiftung ist die schädliche Wirkung von Giften, die in ihrem Ausmaß v. a. von der Art der chemischen Substanz, ihrer Toxizität und Dosis, der Einwirkungshäufigkeit und -dauer sowie von Merkmalen des Patienten (Alter, Vorerkrankungen u. a.) bestimmt wird, sowie das daraus resultierende Krankheitsbild (auch Toxikose).

Eine Vergiftung hat die Steinläuse dahingerafft. Eine Vergiftung ist die schädliche Wirkung von Giften, die in ihrem Ausmaß v. a. von der Art der chemischen Substanz, ihrer Toxizität und Dosis, der Einwirkungshäufigkeit und -dauer sowie von Merkmalen des Patienten (Alter, Vorerkrankungen u. a.) bestimmt wird, sowie das daraus resultierende Krankheitsbild (auch Toxikose). Hier dasVorgehen nach akuter Vergiftung.

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Nie wieder Steinschlag?

Werden die Steinläuse vom Fahrtwind weggeweht? Kurz bevor es passiert pustet die Eröffnungswehe kräftig.

Werden die Steinläuse vom Fahrtwind weggeweht? Kurz bevor es passiert pustet die Eröffnungswehe kräftig.

Pure Fantasie oder bald Wirklichkeit? Entwicklern aus der Automobilindustrie soll es gelungen sein, durch den Einsatz von Steinläusen den sogenannten Steinschlag ein Schnippchen zu schlagen. Die robusten Nager werden in einem winzigen Nistkästchen nahe den Spritzwasserdüsen angesiedelt. Von hier aus krabbeln die Steinläuse los und verteilen sich währen der Fahrt auf der gesamten Windschutzscheibe, sobald die Geschwindigkeit mehr als 50 km/h beträgt. Es sei den Forschern gelungen, Steinläuse so zu konditionieren, dass diese sich bei heftigem Fahrtwind am wohlsten fühlen.

Bis zu 170 km/h vertragen die Steinläuse. Während sie die Frischluft atmen, müssen sie sich jedoch eng an die Scheiben pressen, was zu einem erhöhten Kalorienverbrauch und damit gesteigerten Hunger führt. Appetit auf Steine, die immer mal wieder auf die Windschutzscheibe fliegen. Oder besser: flogen. Denn ist eine Steinlaus in der Nähe, schnappt sie sich vorher den Brocken und verhindert so den gefürchteten Steinschlag. In ersten Versuchen habe sich diese Verfahren als extrem wirksam gezeigt. Tierschützer fordern jedoch eine zusätzliche Absicherung der Steinläuse bei Geschwindigkeiten über 170 km/h. Sollten sie sich mit ihrem Ansinnen durchsetzen, müssen die Entwickler vermutlich nochmal ins Labor.

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Der Nachwuchs

Für den Nestbau ist das Steinlausweibchen zuständig. Die komplexen Nester bestehen meist aus Gräsern oder Zweigen. Die Steinläuse sind Steinbrüter. Das heißt sie suchen sich eine Nische in einer Steinwand oder einem Berg.

Steinläuse bringen zweimal im Jahr Nachwuchs zur Welt. Nach einer 20- bis 30-tägigen Tragezeit wirft das Steinlausweibchen fünf bis elf Jungtiere. Während der Tragezeit hat das Weibchen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und benötigt das Doppelte an Steinen. Meist erfolgt die Geburt in den frühen Morgenstunden. Die Jungen werden vier bis fünf Wochen lang täglich gesäugt. In dieser Zeit können die Jungen bis zu einem ein Zehntel ihres Gewichts an Milch aufnehmen. Die Neugeborenen sind zunächst taub und blind, aber nach zehn bis 15 Tagen öffnen sie die Augen und fangen an zu hören. Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungläuse ein starkes Bedürfnis, auf Steinen herumzukauen. Nach fünf bis sieben Wochen sind sie entwöhnt und die Geschlechtsreife tritt meist nach vier bis acht Monaten ein.

Wenn alles gut geklappt hat, raten wir zu einem eigenen Blog für den Nachwuchs – so wie Berit und Dani vorbildlich ihre Erlebnisse dokumentieren.

de Gruyter, 1994

Eine Aufgabe der Wissenschaft: Die Analyse der Sexualhormone der Steinläuse. Quelle: Buddecke, E.: Grundriß der Biochemie. 9. Aufl. Berlin: de Gruyter, 1994

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Auswildern der ersten Generation

Lange Zeit wurde darüber diskutiert, ob die Steinlaus nun vom Aussterben bedroht sei oder nicht. Klar ist, dass die Bestände zeitweise zurückgingen. Forscher haben nun ein Auswilderungsprogramm gestartet, um Steinläuse vor dem Aussterben zu bewahren und ihre ursprüngliche Artenvielfalt wiederherzustellen.

Junge Steinläuse aus Gefangenschaftszucht entwickeln sich ohne Probleme zu überlebensfähigen wilden Läusen. Es müssen allerdings junge, gesunde Tiere sein, die ausgewildert werden. Sie dürfen Steinläuse auf keinen Fall kurz vor dem Winter auswildern. Dies ist nur im Frühling oder Sommer möglich, denn sonst würden die Tiere einem Kälteschock ausgesetzt.

In dem Experiment wurden etwa vier Wochen alte Jungläuse ausgesetzt und etwa zehn Wochen lang ohne Menschenkontakt gefüttert. Danach wurde ausschließlich noch Futter im Gelände verteilt, bis sich die Läuse selbst ernähren konnten.

Die Geburtenrate der Jungen von ausgewilderten Steinläusen ist überaschenderweise erstaunlich hoch.

Werden Steinläuse in Zukunft auch noch auf uns angewiesen sein oder können sie bald ein komplett selbstständiges Leben führen? Die Mehrheit der Fachexperten ist zuversichtlich. Und welche Meinung haben Sie?

nach WHO

Ist die Steinlaus gesund und reif für die Auswilderung? Quelle: nach WHO

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Der Winter steht vor der Tür: Wie schützen Sie Ihre Steinlauskolonie?

Wenn Sie Ihre Steinläuse im Winter nicht ins Haus holen möchten oder können, empfehlen wir Folgendes:

  • Wärmequellen, wie z.B. kleine Heizöfen aufstellen
  • Abdecken mit Stroh, Laub, Planen etc. (bitte nichts Steinhaltiges, weil dies die Steinläuse einfach wegfressen würden)
  • Steine servieren, die vorher erwärmt wurden
  • Mehrere Steinläuse halten, weil diese sich gegenseitig wärmen
  • Mini-Winterdecke (bekannt vom Einsatz bei Pferden) zum Schutz über jede einzelne Laus ausbreiten
  • Materialien zum Bau einer warmen Ecke (Nest, Bau etc.) bereitlegen

Nur gesunde Steinläuse können die niedrigen Temperaturen im Winter verkraften. Ihre Läuse sollten regelmäßig gewogen werden, um zu überprüfen, ob sie an Gewicht verloren haben. Zu starke Schwankungen der Temperatur führen zu Erkrankungen. Bitte keine Gefrierschutzmittel verwenden! Bitte nicht mit heißem Atem anpusten, die Läuse könnten leicht wegfliegen. und schon gar nicht mit Zigarettenrauch, denn auch bei den Nagern lauert die Suchtgefahr.

de Gruyter, 1983

So entsteht Wäre. Quelle: nach Moore, W. J.; Hummel, D. O.: Physikalische Chemie. 3. Aufl., Berlin, New York: de Gruyter, 1983

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Steinpilze als schnell nachwachsendes Alternativfutter?

Winkler, H.; Photographie Albus, J.; Tübingen

Diese Pilze mag die Steinlaus gar nicht. Quelle: Winkler, H.; Photographie Albus, J.; Tübingen

Die Ressourcen werden immer knapper, zu gut ernähren sich die Menschen, immer seltener kommen Gallensteine & Co. im menschlichen Körper vor. Und auch der als Festmahl für Steinläuse geltende Zahnstein wird heutzutage schneller beseitigt, als er nachwachsen kann. Was tun, um die Arterhaltung der Steinlaus zu gewährleisten?

Prof. Dr. Klaus Steiner: „Steinläuse sind durchaus in der Lage, sich nur von Steinpilzen zu ernähren. Dies ist für die Zukunft von wichtiger Bedeutung, da durch die wachsenden Steinlauskolonien immer mehr Steine verschwinden. Ob sich jedoch die Steinläuse jemals so sehr ausbreiten, dass Steine zu einer knappen Ressource werden, ist eine andere Frage.“

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Welche Steinsorten eignen sich besonders zur Verfütterung?

Sie müssen bei der Fütterung darauf achten, plötzliche Nahrungsumstellungen zu vermeiden. Trotzdem sollten Sie dringend auf abwechslungsreiche Kost achten. Zudem dürfen Steine nicht zu kalt oder zu heiß sein und die Fütterungszeiten sollten nach Möglichkeit regelmäßig stattfinden. Magmatische Steine eignen sich nicht zum Verfüttern.

Fütterungsvorschlag: Tagesbedarf ca. 28 kg Stein (in der Schwangerschaft die doppelte Menge verwenden):

Morgens: Quarzit oder Schiefer, 13 kg

Mittags: Sandstein, 10 kg

früher Abend: Leichtverdauliches, z.B. Kalkstein, 5 kg

Täglich: Kieselsteine sollten immer zum Knabbern vorhanden sein.

Einmal pro Woche: Etwas Frisches, wie z.B. Steinpilze (bitte langsam daran gewöhnen)

Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt auch bei Steinläusen vor.

Nahrungsmittelunverträglichkeit kommt auch bei Steinläusen vor.

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