Erste minimalinvasive Beseitigung eines Arterienverschlusses durch Petrophaga lorioti

Erstmals haben Gefäßchirurgen des Gefäßzentrums Hoheberg minimalinvasiv

Eine indirekte transfemorale Fernembolektomie mit dem Ballonkatheter ist eine bekannte Art, einen akuten Arterienverschluss zu behandeln. In Hoheberg konnte das OP-Team die Steinläuse mit einem ähnlichen Katheter an ihren Einsatzort direkt am Verschluss bringen.

Eine indirekte transfemorale Fernembolektomie mit dem Ballonkatheter ist eine bekannte Art, einen akuten Arterienverschluss zu behandeln. In Hoheberg konnte das OP-Team die Steinläuse mit einem ähnlichen Katheter an ihren Einsatzort direkt am Verschluss bringen.

zwei gemeine Steinläuse (Petrophaga lorioti) eingesetzt, um einen akuten peripheren Arterienverschluss zu behandeln. „Die zwei Kleinstnager reichten aus, um die Embolie innerhalb von fünf Minuten aufzulösen“, sagt der Abteilungsleiter und Facharzt der Gefäßchirurgie Dr. med. Hasso Hammerstein. Der positive Einsatz der Tiere ist in diesem Fall auf die Ursache des Verschlusses zurückzuführen. „Unser Patient litt unter Arteriosklerose. Als er bei uns eingeliefert wurde, konnten wir durch die Voruntersuchung schnell feststellen, dass die Ablagerung, die zum Arterienverschluss führte, stark kalkhaltig war“, so Hammerstein weiter. Der Einsatz der Steinlaus lag daher nahe, denn dass Steinläuse Kalk lieben, ist aus deren Aufzucht und Hege bekannt (wir berichteten). Angiologen des Hauses hatten zu diesem Einsatz geraten, nachdem Laborversuche bereits repetitiv erfolgreich verlaufen waren.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Medizinische Forschung, News und Erkenntnisse

6 Antworten zu “Erste minimalinvasive Beseitigung eines Arterienverschlusses durch Petrophaga lorioti

  1. Marlene Geselle

    Können Steinläuse eigentlich mehrfach eingesetzt werden oder ist die Belastung für die Tiere zu groß?

  2. Im oben genannten Fall wurden die Tiere nur einmal eingesetzt. Allerdings sagte uns Herr Dr. Hammerstein, dass das weniger an der Belastung der Tiere gelegen hätte. Vielmehr waren sie mehr als satt gefressen und benötigten nach ihrer Arbeit ein kleines Nickerchen zur Verdauung. Außerdem wurde aus hygienischen Gründen darauf verzichtet, die beiden Steinläuse bei einer weiteren OP zu verwenden. Dafür dürfen sie jetzt im Tierstall des benachbarten Labors für „gefräßigen“ Nachwuchs sorgen.

  3. Simone Edelberg

    Liebe Marlene,

    dein Artikel hat nicht nur Angiologen, sondern auch mir gefallen!

    Herzliche Grüße

    Simone

  4. Marlene Geselle

    Sorry, Simone. Aber das ist nicht mein Artikel, sondern nur ein Kommentar zu einem anderen Artikel.

  5. Simone Edelberg

    Ich weiß! Von dir ist „Kumulation biogener Sedimentpartikel im Verdauungstrakt der Steinlaus bei der Todeszeitermittlung“, worüber ich herzlich geschmunzelt habe. Irgendwie ist es halt keine gute Idee, mitten in der Nacht Kommentare zu verfassen. 😉

  6. Pingback: Fazit: Standortbestimmung Steinlausforschung « Pschyrembel Weblog

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