Appetithappen Kalkschulter

Lülsdorf, P.; Koblenz

Schulterdach und der Kopf des Oberarms lassen der Sehne nicht viel Platz. Wird die Kalkablagerung zu groß, entzündet sich die Sehne, ggf. sogar der Schleimbeutel. Quelle: Lülsdorf, P.; Koblenz

Im Schlaf, beim Sport oder bei Überkopfarbeiten – die Kalkschulter kann erhebliche und vor allem Monate andauernde Schmerzen verursachen. Uns erreichte die Nachricht, dass das Kompetenzzentrum für Orthopädie in Bergneustadt aktuell versucht, Petrophaga lorioti schon in einem frühen Stadium des Syndroms einzusetzen. dadurch sollen Dauerschmerzen sowie Bewegungseinschränkungen garnicht erst entstehen.

Die Schulter ist eines der beweglichsten und kompliziertesten Gelenke im menschlichen Körper. Von zahlreichen Muskeln und Sehnen wird sie stabilisiert. Beim so genannten Schulter-Arm-Syndrom verkalkt nicht das Gelenk. Ursache des Schmerzes sind kleine Kalkkugeln, die sich beispielsweise an der Supraspinatus-Sehne ablagern und zu Überbelastungen und Entzündungen führen. Hintergrund für die Einlagerungen ist weder eine Über- noch Unterforderung des Gelenks. Vielmehr soll eine schlechtere Durchblutung dieser Sehnen dafür verantwortlich sein.

Zu den bisherigen Behandlungsmethoden gehörten die Physiotherapie und Akupressur oder Elektro- und Ultraschallbehandlungen zur Durchblutungsförderung, damit der Körper möglicherweise die Einlagerungen selbst abtransportiert. Bei vorrangeschrittenem Krankheitsbild werden Kortisonspritzen gegen die Entzündungen eingesetzt. Sollte das nicht zum Erfolg führen, kann die Ablagerungen chirurgisch durch eine Athroskopie entfernt werden. In Bergneustadt wird seit einigen Wochen die Steinlaus sofort nach Erkennen des Schulter-Arm-Syndroms eingesetzt – und das mit Erfolg. „Kalk gehört zu den Lieblingsspeisen der Steinlaus. Da ist eine etwa erbsengroße Ablagerung im Gelenk gerade einmal ein Appetithappen für ein ausgewachsenes Tier“, sagt Facharzt für Sportmedizin und Orthopädie Dr. Thilo Klinker. Eine in vivo Studie konnte in Bergneustadt gerade erfolgreich abgeschlossen werden. Die Mediziner erhoffen sich nun einen breiteren Einsatz der Behandlungsmethode.

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