Steinläuse revolutionieren die Stammzellenforschung

Von Simone Edelberg, München

Japanische Wissenschaftler haben durch die Einschleusung von Steinläusen der Gattung Petrophaga lorioti minor menschliches Knochenmark dazu gebracht, pluripotente Extra-Stammzellen zu entwickeln. Sie hoffen, diese Technik eines Tages in der Behandlung von Herzschäden und Knochenbrüchen einsetzen zu können. Stammzellen werden unter anderem gebraucht, wenn im Körper bei Krankheiten oder Verletzungen Reparaturen nötig sind. Bei erwachsenen Menschen sind rund 20 verschiedene Stammzelltypen bekannt.

Umstritten ist ihre Gewinnung aus Embryonen. Diesen ethisch fragwürdigen Weg konnten die Forscher der medizinischen Fakultät Tokio jetzt umgehen, indem sie menschlichen Probanden lebende Steinläuse injizierten. Die Steinläuse wanderten über den Blutstrom der Patienten ins Rückenmark, ernährten sich auf ihrem Weg von den kalkhaltigen Plaques der mesenchymalen Zellen der Intima sowie der inneren Schichten der Media und provozierten das Rückenmark durch noch unbekannte Stoffe in ihren Ausscheidungen dazu, Extra-Stammzellen zu bilden. Damit ist ein revolutionärer Durchbruch in der Stammzellenforschung gelungen.

Anders als in früheren medizinischen Studien werden die durch die Faeces der Steinläuse ins Leben gerufenen Extra-Stammzellen nicht vom Patienten abgestoßen, da sie vom eigenen Körper gebildet werden. Darüber hinaus weisen sie ein unbegrenztes Potenzial auf, neues Gewebe zu entwickeln. Da die Steinläuse nach spätestens 36 Stunden den menschlichen Organismus wieder aus eigenem Antrieb über den Canalicus lacrimalis verlassen, sind auch die Tierschützer von dem neuen Verfahren begeistert: „Grausige Tierversuche mit Mäusen und anderen Spezies gehören in der Stammzellenforschung ab sofort der Vergangenheit an“, sagt PETA-Sprecherin Ana Rodriguez. Die Forscher hoffen nun, dass Verfahren weiter verbessern zu können.

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15 Kommentare

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15 Antworten zu “Steinläuse revolutionieren die Stammzellenforschung

  1. Martin Edelberg

    Als engagierter Tierfreund freut mich diese Nachricht natürlich sehr. Und wie fühlen sich die Steinläuse, nachdem sie sich durch die verkalkten Arterien gefuttert haben?

  2. Susanne Mayerhofer

    Was wird mit den Steinläusen gemacht, sobald sie den Canalicus lacrimalis verlassen haben?

    Besorgte Grüße

    Susanne

  3. Nicht nur das. Die so durch den Aufenthalt im menschlichen Organismus „geläuterten“ Tierchen verfügen dem Vernehmen nach über dort neu erworbene erstaunliche Fähigkeiten.

    Nano-Wissenschaftlicher haben durch Zufall entdeckt, dass diese Steinläuse mit großer Hingabe Nono-Motoren bedienen. Sie sollen künftig ausgestattet mit weiterer Nano-Technologie in der minimal-invasiven Chirurgie eingesetzt werden. Bundesgesundheitsministerin Schmidt erhofft sich daraus eine weitere Verringerung der Krankenhauskosten. Linke Kreise hingegen befürchten die kapitalistische Ausbeutung der Nano-Steinlaus.

    Die Autorin hat noch ein weites Aufgabenfeld vor sich. Wir bleiben gespannt.

  4. Hanns Schneider

    Sehr geehrtes Forscherteam!
    Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts an der Fachhochschule (Heer) für Maschinenwesen in Darmstadt geschah folgendes:
    Der Physik-Dozent erörterte, was geschähe, wenn man einen Bohrer bis zum Erdmittelpunkt vortriebe. Ein Student erklärte dieses Vorhaben für unmöglich, denn zuvor habe der „grüne Steinbeißer“ den Bohrer gefressen. Handelt es sich bei diesem Tier um einen Verwandten der grünen Steinlaus?

  5. Lieber Hanns Schneider!

    Hier bin ich zwar nur Beobachter. Weil mein ältester Sohn aber promovierter Physiker ist, fühle ich mich der Steinlauspopulation genverwandt und daher prädestiniert, frechweg in die Diskussion einzugreifen:

    Die Frage des bundesbewehrten Physik-Kollegen ist nicht nur unter physikalischem sondern auch geologischem Aspekt außerordentlich relevant. Gut, dass der junge bundesverteidigende Student die biologische Komponente so außerordentlich kreativ in den Diskurs implementiert hat.

    Doch nun zur eigentlichen Frage:

    Meine Steinläuse liegen zwar noch in der Winterstarre, doch wir pflegen dennoch einen regen Datenaustausch. Seit langen Jahren haben sie sich Zugang zu meinem Homenetwork verschafft, und antworten auch im Winterschlaf mittels Biowireless auf interessante Fragestellungen. Eine solche liegt hier vor.

    Mit heftigem Protest wehren sie sich gegen die Feststellung, dass es die „Grünen“ gewesen seien, die hier dem Vordringen eines Erdmittelpunktbohrers in bissiger Weise entgegentreten würden. Es handele sich hier vielmehr um die rot-gelbe Fraktion, die den Weg in den Untergrund gewählt habe. Sie habe dort eine eine Abschmelztechnik entwickelt, die ein Vordringen mit oberirdischer Technik umöglich macht. Seit Jahrzehnten bereits befasst sich eine oberirdische Arbeitsgruppe damit, die Technik für die oberirdischen „Roten“ nutzbar zu machen. Gelänge dies, würden künftig „bohrende“ Fragen ganz einfach abschmelzen. Damit wäre dann auch der Grund eliminiert, der die roten Steinläuse seinerzeit in den Untergrund hat abtauchen lassen. (Anm.: Erst in großer Tiefe und entsprechender Eigenerhitzung entwickelt sich bei den Roten auch ein gelblicher Farbton – siehe Hochofen – )

    Ergebnis:

    Die grüne Steinlaus ist nach wie vor oberirdisch unterwegs und hätte auch aus ökologischer Sicht Bohrern nicht wirklich mehr etwas entgegenzusetzen. Es sind vielmehr die Roten, die im Erdinnern vor sich hin köcheln und keinem Bohrer eine wirkliche Chance lassen.

    Wenn die Antwort jetzt doch etwas zu umfänglich ausgefallen ist, dann liegt das ganz einfach daran, dass die Frage, lieber Hanns Schneider, von so zentralem Interesse ist.

  6. Hanns Schneider

    Man würde nun gerne bezweifeln, dass der Grüne Steinbeißer überhaupt in der Lage sei, einen Bohrer zu verspeisen. Da es sich aber im besagten Fall um keinen einfachen Stahlbohrer, sondern um einen Diamantbohrer der Härte 10 handelt, ist der geschilderte Vorgang physiologisch durchaus mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad zu bewerten.

  7. Dafür, lieber Hanns Schneider, würde rein hypothetisch sprechen, dass die „Grünen“ zu den Diamanten schon eine gewisse emotionale Nähe entwickelt haben. Doch diese Denkrichtung lenkt ab. Es handelt sich wohl auch nicht um eine „Abbeißtechnik“, sondern eher um ein chemisches Verfahren. Warten wir die geheimen Versuchsansätze von der Neumayr III ab.

  8. Hanns Schneider

    Lieber Bärwurz,
    überqueren Sie um himmelswillen niemals die bayerische Grenze, denn in diesem Land wird alles abgeknallt, was irgendwie mit „Bär-“ verbunden ist.

  9. Das walte die Steinlaus!

  10. Hanns Schneider

    Lieber Bärwurz,
    womit meine ursprüngliche Frage, ob der (deutlich ältere) Grüne Steinbeißer denn mit der Grünen Steinlaus genetisch verwandt ist, noch immer der dringenden Antwort harrt.

  11. Verzeihung, mein lieber Hanns Schneider, ich hatte als bekannt vorausgesetzt, dass Prof. Bernhard Grzimek in seiner bahnbrechenden Studie „Die Ur-Steinlaus in der afrikanischen Serengeti-Steppe“ nachweisen konnte, dass die weltweiten Populationen dort ihren gemeinsamen Ursprung haben. Erst viel später in der Erdgeschichte folgte der Mensch (oder was man damals dafür hielt) diesen von der Steinlaus vorgetretenen Pfaden, so jedenfalls die Grzimek-Hypothese.

    Heute interessiert viel mehr, ob der Nachweis gelingt, dass die Wanderungsbewegungen der verschiedenen Homo-Spezies von den vorangegangenen Steinlaus-Wanderungen vorbestimmt waren. Weitgehend unbestritten ist, dass sich die verschiedenen Rassenmerkmale der Gattung „Steinlaus“ in gleicher Weise entwickelt haben, wie beim Homo-sapiens.

    Abschließend sei angemerkt, dass große Hoffnungen in die Arbeit der Station Neumayr III gesetzt werden. Sollte es gelingen, in den Lufteinschlüssen der Bohreiskerne Spuren der Ur-Steinlaus-Gene zu finden, dann könnten die aus Beobachtungen von Prof. Bernhard Grzimek abgeleiteten Hypothesen nun auch endlich analytisch bestätigt werden.

    Anmerkung:

    Die in den Eingangsstellungnahmen von mir angedeuteten politischen Verhaltensmuster in der Post-68er-BRD-Szene ähneln doch sehr denjenigen, die auch bei den Color-Populationen der Steinlaus beobachtet werden. Solche ganzheitlichen Wissenschaftsansätze wären nach meiner festen Überzeugung ganz im Sinne unseren lieben Prof. Grzimek. (Es erfüllt mich heute noch mit einem gewissen Stolz, dass ich seinen populärwissenschaftlichen Fernsehsendungen als Heranwachsender so begeistert beiwohnen konnte. Leider waren die Sendungen damals noch in schwarz-weiß, sodass die speziellen farbrelevanten Inhalte vernachlässigt wurden.)

  12. Nachtrag:

    Vom nichtfachlichen Publikum wird oft im Zusammenhang mit der Steinlaus-Forschung volkstümlich von „Steinbeißern“ gesprochen. Gerade in Einrichtungen der Bundeswehr scheut man sich von „Läusen“ zu sprechen. Auch in der Diktion wünscht man sich dort immer einen gehörigen „Biss“, daher „Steinbeißer“ statt „Steinlaus“.

  13. Hanns Schneider

    Zitat: „Weitgehend unbestritten ist, dass sich die verschiedenen Rassenmerkmale der Gattung “Steinlaus” in gleicher Weise entwickelt haben, wie beim Homo-sapiens.“
    Heißt das, dass es auch schwarze, gelbe und rote Grüne Steinläuse gibt?

  14. Das mit den „grünen“ ist noch nicht völlig zweifelsfrei nachgewiesen. Sie treten bei menschlichen Populationen zumindest auch nicht dauerhaft auf und sind doch eher auf Empfindungszustände beschränkt. Diesen Forschungszweig weiter auszuführen fehlt hier sowohl die Zeit als auch der Platz. Auch sollten wir der Autorin nichts vorwegnehmen.

    Gesinnungsmäßig aber sollte es alle entsprechenden Farben geben. Doch auch hier steckt die sozialpolitische Forschung bei den Steinläusen noch in den Kinderschuhen.

  15. Litizicke

    Müßte die Gallensteinlaus nicht grün sein?

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