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Erste Erkenntnisse zur Mieseeisenverwertungskrankheit (MEVK)

Von Dr. Wolf-Rüdiger Jonas, Lübeck

Lange Zeit ist ein unerklärliches Phänomen an Steinläusen beobachtet worden, nämlich eine unnatürliche braunschmutzige Verfärbung der Haut sowie braunrötliche, teils wie rostig gesprenkelte ringförmige Verfärbungen einer oder beider Augen. Hinzu traten Lustlosigkeit, übermäßiges Schlafbedürfnis und Verdauungsstörungen. Verhaltensauffälligkeiten wie eine Furcht vor Gleisanlagen, trotz äußerst appetitlicher Betonschwellen im Schotterbett (sonst eine Leckerei!) beeindrucken den Kenner besonders.

Durch gezielte Untersuchungen ist es nun gelungen, eine tückische Erkrankung zu identifizieren, die sog. Mieseeisenverwertungskrankheit, im Volksmund „Schieteisenmalesse“, oder medizinisch Petrophagales Ferromalabsorptionssyndrom genannt.

So lang der Name, so einfach die Erklärung. Einer Unterform von Petrophaga lorioti, nämlich Petrophaga lorioti sine ferrophagii, fehlt das so wichtige Enzym Ferromamph. Ferromamph in seinen Unterformen Typ A (Aufnahme) und Typ U (Umwandlung) ist zu über 90% für die Aufnahme aus dem Magen-Darmtrakt und zu 100% für den vollständigen Abbau des beim Verzehr von Stahlbeton als Nebenprodukt aufgenommenen Eisens verantwortlich. Fehlt das Enzym, so werden die Eisenteile beim Fressen zwar zerkleinert und heruntergeschluckt, jedoch nicht verdaut. Typischer weise findet man im Kot dieser Tiere neben dem Steinmehl auch Eisenspäne, die z.B. leicht mit Hilfe eines Magneten nachgewesen werden können. Im Kot gesunder Steinläuse gelingt dies nie, da alles Eisen aufgenommen (resorbiert), dann im Organismus durch noch ungeklärte Prozesse zur Energiegewinnung verwertet, umgewandelt und schließlich als Eisenchlorid ausgeschieden wird. Gesunde Tiere sind ca. 12 Stunden nach einer Mahlzeit von kleinen Eisenchloridwolken umgeben! Ein Phänomen welches lange bekannt, aber bisher nicht verstehbar war. Für diese Umwandlung im Körper der Steinlaus wird Ferromampf Typ U benötigt.

Bei übermäßigem und fortgesetztem Konsum von Stahlbeton durch Steinläuse mit fehlendem Ferromampf gelangen dennoch geringe Mengen von Eisen in den Organismus, da zwischen 5 und 10% des Eisens auf bisher unbekanntem Wege aufgenommen werden. Dieses Eisen, welches auf Grund des Enzymmangels nicht abgebaut werden kann, wird bevorzugt in der Haut und den Augen, aber auch im Gehirn der Steinläuse abgelagert, wo es über die Zeit zu einer erheblichen Anreicherung und schließlich zu den oben genannten Krankheitszeichen kommt.

Eine sichere Therapie ist zur Zeit noch nicht bekannt. Dennoch lohnt es auf alle Fälle, die betroffenen Steinläuse möglichst früh zu identifizieren und einen Versuch mit einer strickt eisenfreien Diät aus Waschbeton zu unternehmen. Fallberichte und eigene Untersuchungen hierzu sind ermutigend.

Die erkrankten „possierlichen kleinen Racker“ zu identifizieren ist im übrigen einfach, reicht hierzu doch ein milder Magnet an dem sie schonend anhaften, um sodann vorsichtig abgesammelt und in ihr neues gesundes Zuhause überführt werden zu können.

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Ein Kommentar

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Über Metabolismus und Energiebilanz der Steinlaus

Dieser Beitrag befasst sich mit den Verdauungsvorgängen sowie der Energiebilanz der S.

Von Jiri Svejda, Killwangen (Schweiz)

Folgende Erkenntnis dürfte in der wissenschaftlichen Welt, wenn nicht wie eine Bombe einschlagen, so doch mindestens wie eine Handgranate: Die quantitative Untersuchung der Menge der durch eine S. eingenommener Steine entspricht genau der Menge Ihrer Ausscheidungen! Und weil sich auch die chemische Zusammensetzung der Exkremente von der ihrer Nahrung nicht unterscheidet, stellt sich die Frage, woher die großen Energiemengen kommen, die eine S. benötigt. Ihre Ausscheidungen sind nämlich als Partikel bis ins Subnanobereich vermahlen, mit z.T. sehr interessanten Eigenschaften.

Als Erklärung bieten sich drei Hypothesen an:

  • Die S. kann durch die extreme Feinvermahlung der Nahrung aus dieser den “Äther”, “Vis vitalis” oder das “feinstoffliche Fluidum” extrahieren und als Energie nutzen, die früher in der naturwissenschaftlichen Literatur vorkamen.
  • Die S. arbeitet nach dem Prinzip des Perpetuum mobile, wobei noch zu klären wäre, woher der Urimpuls bei ihrer Geburt kommt.
  • Bei Annahme minimaler Wägefehler bei Auswertung der Fäcesmengen könnte die S. winzige Teile ihrer Nahrung anihilieren, d.h. nach der Einsteins’chen Formel E=m.c2 verstrahlen. Bekanntlich entstehen so aus kleinsten Mengen an Materie riesige Mengen Energie. Der Prozess verläuft bei Kernprozessen in der Sonne und beim Zünden einer A-Bombe, seine technische Nutzung wäre äußerst interessant.

Eine interessante Anomalie zeigt die S. beim Verdauen von Diamanten. Sie scheidet danach nämlich normales Grafit aus, chemisch ebenfalls reines Kohlenstoff, doch mit veränderter Kristallstruktur. Ob sie aus dieser Änderung thermodynamische Energie schöpfen kann, oder sogar dadurch eine Entropieumkehr erreicht ist nicht bekannt. Jedenfalls wären Versuche zur Reversierung dieses Prozesses, nämlich die Fütterung der S. mit Graphit ins Anus sicher eine lohnender Forschungsziel.

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