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Überaschung für Kapitelle, Geländer und Co.

Steine zu bearbeiten ist den Menschen seit Ewigkeiten ein Bedürfnis. Auch heute bauen und

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Als erfolgreiche Basis seines Erfolges sieht Stanislaus Mertens seine Lernstrategie. Neues bietet er seinen Tieren erst an, wenn sie genügend Zeit hatten, das Erlernte zu vertiefen und sacken zu lassen. Das entspricht einem S-förmigen Lernverlauf.

restaurieren wir mit Stein. Stanislaus Mertens ist Steinmetz aus Osnabrück und macht seine Arbeit bereits seit zwei Jahren einfacher. Seine Versuche mit einer heute 23 Tiere umfassenden Steinlauspopulation haben gezeigt, dass die Nager ungemein lernwillig sind. Unter Mertens Anleitung fressen sie in seiner Werkstatt komplexe Kapitelle in Säulen, Schriftzüge in Grabsteine oder futtern sogar passgenaue Versatzstücke nach Abdruckvorlagen für Restaurierungsarbeiten zurecht.

„Grundlegend für den Erfolg ist die Lernstrategie“, sagt Mertens. Um eine neue Form oder einen neuen Schriftzug zu erfassen, lässt er die Steinläuse mehrmals täglich eine originalgetreue Gipsvorlage ablaufen. Darüber erfassen die Tierchen Winkel, Neigungen, Rundungen der zu hauenden – oder zu fressenden – Form. „Eine einfache Rose in Stein von einer Größe eines Tennisballs können meine Steinläuse in zwei Stunden erfassen und anschließend in weiteren zwei Stunden aus dem Stein fressen“, so Mertens weiter. Jetzt will er sich diese Form der Bildhauerei auch beim BIV – dem Bundesinnungsverband des deutschen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerhandwerks – offiziell anerkennen lassen.

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Per aspera ad astra

Diese alte griechische Vasenmalerei zeigt, mit welcher Bewunderung man Steinlaus-Experten betrachtet.

Diese alte griechische Vasenmalerei zeigt, mit welcher Bewunderung man Steinlaus-Experten betrachtet.

Es zeigt sich, dass es kaum ein komplexeres Feld gibt als die Steinlaus-Forschung. Selbst hochdekorierte Wissenschaftler schrecken davor zurück, sich über dieses Gebiet zu äußern. Wir sprachen mit dem Psychologen Wilfried Sagenhaft über die Ursachen und warum es sich lohnt, gerade diese Spezies zu untersuchen.

Herr Sagenhaft, wo stecken die Steinlaus-Experten?

Wilfried Sagenhaft: Überall. In den Praxen, vor den Rechnern, auf archäologischen Ausgrabungsstätten, im OP. An sich gibt es keinen locum, an dem sich nicht gerade ein Steinlaus-Experte aufhält.

Hm, mir scheint das übertrieben…

Wilfried Sagenhaft: Nein, im Gegenteil. Es ist tatsächlich so, dass jeder Mensch das Forschungs-Gen Petrophaga lorioti incompertus in sich trägt. Denn: Nihil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit – wie wir Wissenschaftler so schön sagen.

Und warum bekommen wir davon nichts mit?

Wilfried Sagenhaft: Nun ja, es gilt auch: Omne initium difficile est. Aller Anfang ist schwer. Somit muss man erst seine innere obsidialim überwinden. Und ohne animum wird es nichts. Hinzu kommt, dass viele Forscher erst darauf warten, was andere veröffentlichen. Sie halten sich zurück, um dann mit brillanteren Ergebnissen zu glänzen. Admirabilis ist das nicht, aber ich kann es irgendwie verstehen.

Ist das nicht schade?

Wilfried Sagenhaft: Sehr sogar. Doch: Consuetudo quasi altera natura est. Und Gewohnheiten müssen durchbrochen werden. Dabei helfen wir Psychologen. Denn: Felix qui potuit rerum cognoscere causas. Meine Aufgabe ist es aufzuzeigen, dass man mit einem unerwarteten Verhalten mehr Erfolg hat.

Was bedeutet das bezogen auf die Steinlaus-Forschung?

Wilfried Sagenhaft: Wer in seine Forschungs-Ergebnisse in einer Zeit publiziert, in der es wenige Konkurrenten gibt, fällt auf. Interim fiet aliquid. Wir werden mit großen Schritten vorankommen.

Haben Sie einen Rat für unsere Leser?

Wilfried Sagenhaft: Legen Sie los. Jetzt. Es gibt kein Gut, kein Schlecht, kein Falsch, kein Richtig. Abzuwarten ist auf jeden Fall der falsche Weg. Fortes fortuna adiuvat!

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