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Schutzmaßnahme Teddybär

Die Diskussion rundum die Steinlaus fand hier regen Austausch. Sie zeigte vielfältige neue Erkenntnisse über den kleinsten Nager unserer Breiten. Der Wettbewerb ist beendet. Wir danken allen Steinlaus-Spezialisten, die teilgenommen haben. Abschließend möchten wir eine letzte Zuschrift veröffentlichen, die uns kürzlich erreicht hat:

Teddybär als Steinlausabwehrmaßnahme

Teddybär als Steinlausabwehrmaßnahme

Nicht jeder Hausbesitzer ist vom Treiben der possierlichen Nager entzückt.
Durch Zufall fand ich den Beweis, dass Teddybären der Zerstörung von Gebäuden durch die Steinlaus Einhalt gebieten können.
Ein Beweisfoto füge ich an.
Mit fröhlichen Grüßen,
Gerhilde Müller.

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Die Bau-Steinlaus

Die Deckensteinlaus

Die Deckensteinlaus

Unser Leser Gerd Ulrich Mathias schickte uns folgenden Hinweis – nebst Bebilderung:

„Mit welch fatalen Folgen der Bau-Steinlaus und ihrer Unterarten man auf Baustellen immer wieder konfrontiert wird, können Sie anhand der beigefügten Datei ersehen. Gegenüber der ersten Erwähnung der Steinlaus 1983 kann man aber feststellen, dass sich die Unarten der Unterarten nicht mehr so vollständig und endgültig auswirken.“ – Vielen Dank für diesen Hinweis!

Die Fugensteinlaus

Die Fugensteinlaus

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Ökologischer Abbau von Edelmetallen

Edelmetalle abzubauen ist nicht nur ein Knochenjob. Auch die Umwelt wird belastet, denn Wald- oder Freiflächen müssen weichen und durch chemische Zusatzstoffe lässt sich der Gewinn von Gold, Silber und Co. immens steigern. Ökologische Initiativen zeigen, dass die Metalle aber auch umweltverträglich abgebaut werden können. Auch die Steinlaus gibt Anlass zum Umdenken. Nachdem sie bereits bei der Diamantgewinnung erfolgreich eingesetzt werden konnte, beginnen erste Minen in Südafrika, den kleinen Nager untertage anzusiedeln. Allerdings ist das Vorgehen viel einfacher.

Jede gemeine Steinlaupopulation kann quasi verwendet werden. Der Grund: Da Petrophaga lorioti keine Edelmetalle verdauen kann, frisst sie ausschliesslich das Gestein. Das Metall bleibt automatisch übrig und muss von den Arbeitern nur noch in die Loren gefüllt werden. Schwachpunkt ist aber immer noch die Einsturzgefahr der Stollen. Hintergrund ist, dass sich die einzelnen Steinläuse beim Verzehr in den Minen ausschließlich von ihrem Appetit leiten lassen und kaum in geordnete Bahnen gelenkt werden können. „Wir müssen eigentlich immer ein Team im Schacht haben, das den Fraß der Steinläuse stetig beobachtet und sehr spontan dort abstützt, wo es notwendig ist“, sagt John Goldenberg, Experimentleiter einer Mine nahe Johannesburg. Zur Sicherheit der Kumpels folgt ein zweites Team, das die Grube nachhaltig stabilisiert.

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Die NANO-LAUS

Von Dr. Jürgen Keller, Berlin

Auf Ihre Anregung hin befragte ich die stets gut unterrichteten Kreise, die mich wie üblich hinter vorgehaltener Hand wissen ließen, was man am Gentechnologie-Zentrum in STEINBORN in der Eifel Unerhörtes planen soll.

Angespornt von den bekannten Qualitäten und Fähigkeiten der heutigen Steinlaus-Population und von der kecken Behauptung ihrer Züchter, sie sei das weltweit kleinste Nagetier, will man in Steinborn kräftig eines draufsetzen: Die NANO-LAUS. Das unübertreffliche Erscheinungsbild der Steinlaus soll im Nanoformat bewahrt bleiben. Die Fähigkeiten des künftigen Sprösslings aber sollen weit über die Steinbearbeitung der Eltern und Großeltern hinausgehen

Im medizinischen Sektor haben die Steinborner Experten nicht nur populäre Erkrankungen im Visier, sondern erstmals auch das weite Feld der sog. Hirnforscher. Derzeit vermehrt sich das Tierchen im nahrhaften Vulkangestein der Eifel in rascher Generationenfolge. Dies erlaubt es den Forschern, nach radikalen Auslesekriterien das Optimum traditioneller Zucht zu erzielen, um dann mit ihrer patentierten und bislang nicht veröffentlichten Methode den Nanobereich anzupeilen. Der jeweilige Forschungsstand wird nicht publiziert.

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Invasiver Schmetterling bedroht Steinlaus

Der globale Verkehr vereinfacht die Ausbreitung – invasive Arten nisten sich andernorts ein und bedrohen Flora oder Fauna, sofern sie der einheimischen Art überlegen sind. Einer dieser Fälle muss auch uns Steinlausforscher wachrütteln: die Marmormotte (Lepidoptera marmora). Wie ihr Name bereits erahnen lässt, ernährt sich die zu den Nachtfaltern gehörende Motte von Marmor. Seit 2008 sind mehrere Exemplare in Deutschland gesichtet worden. Offiziell zählt sie zu den gebietsfremden Arten in Deutschland.

Besonders auffällig durch seine Färbung ist die Marmormotte während ihres Fressstadiums als Raupe.

Besonders auffällig durch seine Färbung ist die Marmormotte während ihres Fressstadiums als Raupe.

Gegen den starken und um ein Vielfaches größeren Konkurrenten kann sich die Steinlaus nicht durchsetzen. Marmor ist aber lebensnotwendige Gourmetkost für Steinläuse. Beleuchtet man die Zusammensetzung von Marmor näher, erschließt sich die immense Bedrohung für die heimische Steinlaus sofort. Marmor ist ein Karbonatgestein, das im Erdinneren durch die Umwandlung von Kalk- und Karbonatgestein unter Druck und Hitze entsteht. Kalk- und karbonathaltiges Gestein widerum ist existenziell notwendige, da leichtverdauliche Kost für die Steinlaus (wir berichteten). Demzufolge ist auch Marmor im Futter von größter Wichtigkeit gerade bei der Aufzucht junger Steinläuse, beim Erhalt kleiner oder erkrankter Populationen sowie bei der allgemeinen täglichen Ernährung, um die Lebensspanne des bedrohten Nagers zu verlängern.
Wie dem Konkurrenten, der Marmormotte, zu begegnen sei, spaltet die Wissenschaftler – gehen doch einige Verterter davon aus, dass die heutige Arterhaltung und Konservierung des Status Quo von wenig Erfolg gekrönt sei. Die Veränderung und das Aussterben von Arten gehöre zur Evolution.
Eingewandert scheint die Marmormotte aus marmorhaltigen Gebieten Südeuropas. Man kennt sie in Griechenland genauso wie in Frankreich oder Portugal, wo sie für zahlreiche Zerstörungen größeren Ausmaßes an antiken Statuen, Säulen sowie Tempelanlagen und weiteren Gebäuden verantwortlich gemacht wird. Aber auch in den USA findet sie seit 1966 ihre schriftliche Erwähnung. Offensichtlich wurde diese Art ursprünglich aus Mosambik eingeführt. Demzufolge erfolgt die Einwanderung des Nachtfalters in Deutschland von Süden – hauptsächlich von Bayern – her und von den großen Flug- und Marinehäfen wie Frankfurt, Berlin und Hamburg. Wissenschaftler machen die Klimaerwärmung dafür verantwortlich, dass sich die Mamormotte auch im kühleren deutschen Klima ansiedeln kann.

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Die Salzwassersteinlaus

Von Cornelia Chudzinski, Witten

Salzwassersteinlaus: (engl.) salt water stone louse; syn. Petrophaga amphibica salaria; Subspezies der seit 1998 bekannten Petrophaga amphibica; wurde 2005 entdeckt. Wie die Petrophaga amphibica ist sie im Wasser zu Hause. Bemerkenswert ist jedoch, dass sie nur im Salzwasser leben kann. Sie ist etwas kleiner (Größe 0,1 – 2,5 mm) als die gemeine Steinlaus (Petrophaga lorioti) und kann bis zu vierzig Stunden unter Wasser bleiben. Dies zeigt die Form ihrer Gliedmaßen: Flossen sitzen auf den stummelförmigen Beinen. Die Atmung erfolgt durch eine Schwimmblase, die zwischen den Augen sitzt. Dadurch kann sie auch im Wasser schlafen. Ihre Ernährung besteht vorwiegend aus Salzwassersteinen.

Die Petrophaga amphibica salaria wurde zufällig von dem Klimatologen und Professor für Ozeanografie Peter Zweistein im Toten Meer entdeckt. Dazu sagt Professor Zweistein:
„Man ist jahrelang davon ausgegangen, dass durch den fortwährenden Salzabbau der Wasserstand des Toten Meeres absinkt. Als ich die löcherförmigen Bodenabsenkungen am Ufer sah, erkannte ich die Analogie zu den Formationen im norddeutschen Wattenmeer. Bodenproben aus Tiefenbohrungen haben die Existenz der Petrophaga amphibica salaria bewiesen. Erste Versuche bestätigen, dass diese Subspezies auch im Meerwasser leben kann. Viele Inseln sind inzwischen durch das Steigen des Meeresspiegels in Gefahr. Als Kausalität gilt die globale Erwärmung. Hier kann die Petrophaga amphibica salaria eingesetzt werden, die sofort beginnt, die tief unter der Wasseroberfläche liegenden salzhaltigen Steine umzuwandeln. Auf diese Weise ist endlich eine Möglichkeit gegeben, das Versinken durch Überflutungen abzuwenden. Anfang 2008 wurden die ersten Populationen der Petrophaga amphibica salaria an besonders exponierten Atollen angesiedelt. Erste Analysen sind erfolgsversprechend. Sie zeigen, dass sich der Wirkungsbereich der Petrophaga amphibica salaria bereits verdoppelt hat.“

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Mauerfall verbreitete Steinlaus

Heute jährt es sich zum 19. Mal: die Öffnung der deutsch-deutschen Mauer. Was danach geschah wissen wir: Die Wiedervereinigung Deutschlands und das fast vollständige Schwinden der Mauer selbst. Lange Jahre gingen Forscher davon aus, dass die geringe Population der Steinlaus damit in Zusammenhang stünde. Auch in der 258. Auflage des „Pschyrembel Klinisches Wörterbuch“ von 1998 war  zu lesen: „Das Ausbleiben von Beobachtungen nach 1989 (256. Auflage dieses Werkes) scheint einerseits die Theorie zu bestätigen, nach der die St. den Fall der Berliner Mauer nicht nur ausgelöst [113], sondern dadurch auch zugleich zur Vernichtung ihrer Existenzgrundlage beigetragen habe.“ Gleichwohl wurde diese Aussage bereits damals durch aktuelle Sichtungen entkräftet.

Die aktuelle These unter Zoologen ist, dass die Mauer das Steinlauswachstum und die Verbreitung des Tieres sogar begünstigte, aber verschleierte. Der Anteil an Zement und Beton in der innerdeutschen Mauer soll den kleinen Nager ungeheuer angezogen haben. Beton ist ein künstliches Gemisch aus Zement und Kies, Sand oder Splitt. Kalkstein, Ton und auch Erze können enthalten sein. „Wir wissen heutes, dass Beton für die Steinlaus sehr viel einfacher abzunagen und zu verdauen ist als natürliche Gesteine. Die bereits zermahlenen und gemischten Betonzusatzstoffe sind wie vorverdaut – also quasi das Fast Food der Steinlaus“, sagt Friedolin Kohlberg, Biologe und Steinlausforscher an der Humboldt-Universität Berlin (HU). Durch das erhöhte Nahrungsangebot sollen sich mauernahe Steinläuse überproportional vermehrt haben. Mit dem anschließenden Abtransport großer und kleiner Mauerstücke als Kunst, Mahnmal und Erinnerungsstücke in alle Welt soll laut Kohlberg diese große Population auseinandergerissen worden sein. Es dauerte rund zehn Jahre bis die umgesiedelten Einzeltiere neue funktionierende Populationen aufbauen konnten. Dann fielen sie erneut auf, wie beispielsweise 1999 die Wiener Zeitung über den Stephansdom berichtete. In einer Untersuchung zur Verbreitung von Steinläusen in wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland konnte deren Zahl bereits 2002 auf rund 113,3 Milliarden Tiere festgelegt werden.

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