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Der Nachwuchs

Für den Nestbau ist das Steinlausweibchen zuständig. Die komplexen Nester bestehen meist aus Gräsern oder Zweigen. Die Steinläuse sind Steinbrüter. Das heißt sie suchen sich eine Nische in einer Steinwand oder einem Berg.

Steinläuse bringen zweimal im Jahr Nachwuchs zur Welt. Nach einer 20- bis 30-tägigen Tragezeit wirft das Steinlausweibchen fünf bis elf Jungtiere. Während der Tragezeit hat das Weibchen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und benötigt das Doppelte an Steinen. Meist erfolgt die Geburt in den frühen Morgenstunden. Die Jungen werden vier bis fünf Wochen lang täglich gesäugt. In dieser Zeit können die Jungen bis zu einem ein Zehntel ihres Gewichts an Milch aufnehmen. Die Neugeborenen sind zunächst taub und blind, aber nach zehn bis 15 Tagen öffnen sie die Augen und fangen an zu hören. Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungläuse ein starkes Bedürfnis, auf Steinen herumzukauen. Nach fünf bis sieben Wochen sind sie entwöhnt und die Geschlechtsreife tritt meist nach vier bis acht Monaten ein.

Wenn alles gut geklappt hat, raten wir zu einem eigenen Blog für den Nachwuchs – so wie Berit und Dani vorbildlich ihre Erlebnisse dokumentieren.

de Gruyter, 1994

Eine Aufgabe der Wissenschaft: Die Analyse der Sexualhormone der Steinläuse. Quelle: Buddecke, E.: Grundriß der Biochemie. 9. Aufl. Berlin: de Gruyter, 1994

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Eingeordnet unter Artenschutz und Haltung, Medizinische Forschung

Auswildern der ersten Generation

Lange Zeit wurde darüber diskutiert, ob die Steinlaus nun vom Aussterben bedroht sei oder nicht. Klar ist, dass die Bestände zeitweise zurückgingen. Forscher haben nun ein Auswilderungsprogramm gestartet, um Steinläuse vor dem Aussterben zu bewahren und ihre ursprüngliche Artenvielfalt wiederherzustellen.

Junge Steinläuse aus Gefangenschaftszucht entwickeln sich ohne Probleme zu überlebensfähigen wilden Läusen. Es müssen allerdings junge, gesunde Tiere sein, die ausgewildert werden. Sie dürfen Steinläuse auf keinen Fall kurz vor dem Winter auswildern. Dies ist nur im Frühling oder Sommer möglich, denn sonst würden die Tiere einem Kälteschock ausgesetzt.

In dem Experiment wurden etwa vier Wochen alte Jungläuse ausgesetzt und etwa zehn Wochen lang ohne Menschenkontakt gefüttert. Danach wurde ausschließlich noch Futter im Gelände verteilt, bis sich die Läuse selbst ernähren konnten.

Die Geburtenrate der Jungen von ausgewilderten Steinläusen ist überaschenderweise erstaunlich hoch.

Werden Steinläuse in Zukunft auch noch auf uns angewiesen sein oder können sie bald ein komplett selbstständiges Leben führen? Die Mehrheit der Fachexperten ist zuversichtlich. Und welche Meinung haben Sie?

nach WHO

Ist die Steinlaus gesund und reif für die Auswilderung? Quelle: nach WHO

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Naturschutz für die Steinlaus

In der Nähe des wundheilendes Steinklees fühlt sich die Steinlaus besonders wohl.

In der Nähe des wundheilendes Steinklees fühlt sich die Steinlaus besonders wohl.

Urlauber bemerkten zunächst immer wiederkehrende kleine Tunnel und Furchen in den Gesteinen auf der Ferienroute der Märkischen Eiszeitstraße. Die Region im Nord-Osten Brandenburgs ist ein beliebter Ferienort. Verschiedene Eiszeiten haben hier die Natur landschaftlich schön mit Seen, Geröllen und Gesteinsformationen gezeichnet. Die Veränderungen der Steinrücken rief zunächst besorgt den heimischen Tourismusverband und danach Geologen und Glaziologen auf den Plan. Zoologen schließlich konnten den unwiderruflichen Beweis verfestigen: Die Steinlaus ist auf dem Vormarsch. Nach Dekaden der Bedrohung scheint sich der kleine Steinfresser in Brandenburg in den steinigen Überbleibseln der Weichsel-Eiszeit – der letzen Eiszeit Mitteleuropas – angesiedelt zu haben.

Laut der Experten erfreut sich das Tier einer hohen Vermehrungsrate. Zwar werden die eiszeitlichen Moränen durch die Steinlaus nun schneller erodiert und abgetragen werden, aber die Brandenburger sehen es gelassen. „Wir sind so stolz, dass sich der seltene Nager ausgerechnet bei uns angesiedelt hat. Jetzt wollen wir auch unterstützen, dass die Art von der Liste der bedrohten Tiere kommt“, sagt Stintje Metz, Aktivistin der jüngst entstandenen Gruppe „Helft der Steinlaus e. V.“ Sie und ihre Mitstreiter wollen sich bei den Kreisverwaltungen, den Anwohnern und Touristikverbänden für ein Naturschutzgebiet speziell für die Steinlaus stark machen.

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Eingeordnet unter Evolution und Historie

Der Winter steht vor der Tür: Wie schützen Sie Ihre Steinlauskolonie?

Wenn Sie Ihre Steinläuse im Winter nicht ins Haus holen möchten oder können, empfehlen wir Folgendes:

  • Wärmequellen, wie z.B. kleine Heizöfen aufstellen
  • Abdecken mit Stroh, Laub, Planen etc. (bitte nichts Steinhaltiges, weil dies die Steinläuse einfach wegfressen würden)
  • Steine servieren, die vorher erwärmt wurden
  • Mehrere Steinläuse halten, weil diese sich gegenseitig wärmen
  • Mini-Winterdecke (bekannt vom Einsatz bei Pferden) zum Schutz über jede einzelne Laus ausbreiten
  • Materialien zum Bau einer warmen Ecke (Nest, Bau etc.) bereitlegen

Nur gesunde Steinläuse können die niedrigen Temperaturen im Winter verkraften. Ihre Läuse sollten regelmäßig gewogen werden, um zu überprüfen, ob sie an Gewicht verloren haben. Zu starke Schwankungen der Temperatur führen zu Erkrankungen. Bitte keine Gefrierschutzmittel verwenden! Bitte nicht mit heißem Atem anpusten, die Läuse könnten leicht wegfliegen. und schon gar nicht mit Zigarettenrauch, denn auch bei den Nagern lauert die Suchtgefahr.

de Gruyter, 1983

So entsteht Wäre. Quelle: nach Moore, W. J.; Hummel, D. O.: Physikalische Chemie. 3. Aufl., Berlin, New York: de Gruyter, 1983

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Eingeordnet unter Artenschutz und Haltung, Medizinische Forschung

Ausgewogene Haltung von Steinläusen in Kombination mit Blattläusen

Die Kopflaus ist der natürliche Gefährte der Steinlaus. An Blattläuse gewöhnt sie sich langsamer.

Die Kopflaus ist der natürliche Gefährte der Steinlaus. An Blattläuse gewöhnt sie sich langsamer. Quelle: Maier, W.; Bonn

Manchmal entstehen die dicksten Freundschaften, manchmal ist alle Mühe umsonst. Generell mögen Steinläuse jedoch das Zusammenleben mit Blattläusen und umgekehrt. Sie sollten dennoch behutsam vorgehen, wenn zu einer bereits vorhandenen Laus eine Neue einer fremden Art gesetzt werden soll. Zu Beginn Käfig an Käfig stellen, damit sich beide sehen und beschnuppern können. Später die Steinlaus im Käfig und die Blattlaus frei im Zimmer herumspringen lassen. Sobald sich die Tiere verträglich zeigen, lassen Sie beide in einem neutralen Raum, den die alteingesessene Laus nicht als Revier betrachtet frei laufen.

Achtung: Bitte aufpassen, dass sich die Steinlaus nicht an den Wänden zu schaffen macht. Bei zu heftigen Beißereien die dominante Laus an einen anderen Ort setzen und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eine Annäherung versuchen.

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